Die Geschichte mit dem Namen…

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Eines Tages im nicht mehr ganz frühen Sommer sass ich hier draussen mit einem netten Herren, dem auch dieses Haus gehört, und wir unterhielten uns über alles Mögliche und ähnliche Begebenheiten. Unter Anderem erzählte er mir diese Geschichte:
Irgendwann in den späten 70ern oder Anfang 80er sass er mit seinen Freunden in der Küche der gemeinsamen Wohnung in Schöneberg. Draussen wütete der Vorweihnachtstrubel und zerrte Tütenhaufen und hektische Menschen durch die Strassen der Stadt.
Alle waren sich einig dass es eine schreckliche Zeit war und dass man darüber nachdenken musste was man denn tun könnte um was zu tun. Dagegen, oder auch dafür.
Einige Zeit später schoben sie eine auf Rollen stehende, 4 meter hohe Holzstatue auf den Kurfürstendamm. Die Verwunderung der Passanten stieg weiter an als die Herren mit der Statue ihnen mit 100 DM Scheinen bedrucktes Klopapier in die Hand drückten mit den Worten: “Hier, Bitteschön, noch ein paar Hunderter zu Weihnachten, die können sie auch dem Kapitalisten in den Ar*** stecken.” Die Holzstatue trug einen schwarzen Anzug mit weissem Hemd und Krawatte und im Gesäss gab es eine Öffnung in die die erstmal zögerlichen Passanten dann doch ganz gerne ihr Klopapier-Geld hinein warfen. In der Konstruktion sass verborgen noch einer. Er stopfte das ganze Klopapier dass hereinkam in eine kleine Kanone aus einem dicken Rohr und Böllern, und immer wenn sie voll war schob er sie aus dem Hosenstall und zündete. Nach einiger Zeit kam dann natürlich die Polizei und die Aktion musste temporär abgebrochen werden.

Diese Intervention nannten sie “Der Kapitalist”.

Als dann im Oktober irgendwann die Möglichkeit entstand hier eine Bar weiterzuführen sassen wir wieder zusammen. Wir diskutierten über das Haus und die Geschichte und den Namen und irgend jemand sagte den Satz “Kapital ist ein scheues Reh” der Karl Marx zugeschrieben wird. Da war dann alles klar.

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